DIE DIALOGBEGRÜNDER
Auf wen lässt sich das dialogische Denken zurückführen?
Es beginnt schon mit Sokrates. Aber für mich gibt es im 20 Jahrhundert sechs wichtige Begründer, die ich in drei Gruppen einteile.
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Die DIALOG-PHILOSOPHEN, wie MARTIN BUBER. Er begründete in seinem Werk "Das dialogische Prinzip" sowie "Ich und Du" den Zusammenhang zwischen Menschsein und Gespräch. Im seinem Text "Das echte Gespräch" skizziert er die Merkmale eines Dialogs und setzt als a priori: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung".
Dann DAVID BOHM. Er war Quantenphysiker und Kollege von Einstein. Später entwickelte er, inspiriert von der indischen Mystik und der Soziotherapie den Dialogansatz als ein Weg, gemeinsam zu denken, Neues und Kreatives kollektiv zu erschaffen. Sein Buch heißt: "Der Dialog - Das offene Gespräch am Ende der Diskussion".
In Deutschland wurde der Dialog nach David Bohm durch Martina und Johannes Hartkemeyer sowie Freeman Dorothy bekannt. Sie veröffentlichten zwei Bücher zum Thema:
"Miteinander Denken - Das Geheimnis des Dialogs" und "Die Kunst des Dialogs - Kreative Kommunikation entdecken"
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Die DIALOG-THERAPEUTEN
wie CARL ROGERS, Begründer der Gesprächstherapie und Vertreter der humanistischen Psychologie. Er entwickelte die zentralen Kategorien 'Akzeptanz', 'Empathie', und 'Kongruenz' als Bedingung eines gelungenen und heilsamen Gesprächsverlaufs. Diese Fähigkeiten gehören auch im Dialog zu den Kernkompetenzen.
GENE GENDLIN, Therapeut und Philosoph war Kollege von Carl Rogers. Er erweiterte den Ansatz von Rogers um die Dimension des Körperlichen. Diese Methode zur Selbstklärung und Entscheidungsfindung durch bewusstes Hören auf den eigenen Körper, also einen Dialog mit sich führen, nannte er "Focusing". Ende der 90er Jahre erweiterte er Focusing auf eine Methode, mit dem Körper zu denken - "thinking at the edge" - genannt.
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Die DIALOG-BERATER
WILLIAM ISAACS, Managementberater und Schüler von David Bohm. Er gilt als führender Praktiker und Theoretiker des Dialogansatzes in den USA. In seinem Buch "Dialog als Kunst gemeinsam zu denken" erläutert er die Umsetzbarkeit des Dialogs für Wirtschaft und Gesellschaft.
PETER SENGE, Organisationsentwickler und Managementberater. Er hat die Dialogkompetenzen als eine zentrale Fähigkeit für das Teamlernen benannt und in sein Modell zur Entwicklung der "Lernenden Organisation" integriert. Sein Hauptwerk heißt: "Die fünfte Disziplin"
Welche Personen haben sich noch mit dem Dialog befasst?
Viele. Ich kann nicht alle erwähnen. Im Paarberatungsbereich ist der Psychologe Michael Lukas Moeller sehr bekannt. Sein Konzept der 'Zwiegespräche' hat viel mit dem dialogischen Denken zu tun und die Zwiegesprächspraxis ist inzwischen weit verbreitet.
(siehe "SELBST LÖSUNGEN FINDEN / "PAARE IM DIALOG")
Dann z.B. der brasilianische Pädagoge Paolo Freire, der Dialogfähigkeit mit der Befreiung von der Unterdrückung verknüpft.
Oder die feministische Philosophin Christina Thürmer-Rohr, die sich u.a. auf Hannah Arendt bezieht, und im politischen Denken den Zusammenhang von Gewalt, Macht und der Zerstörung des Dialogs thematisiert.
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